Sommerfarben im Farbansichkontrast

4. September 2017 – 17:24

K.S., 2016, -Farbnachlass (Verschachtelt)-, Öl auf Leinwand, 40×45 cm

Was nehmen wir am liebsten mit unseren Augen in Besitz?!

Für mich sind es im Wechsel der Jahreszeiten, die sich verändernden Farben und ihre Kontraste. Diese  überaus sinnlichen Anregungen ergeben den ganzen Reichtum meiner Empfindungen; -ja, auch werden vielfältigst die Stimmungsabhängigkeiten beeinflusst. Immerhin bringt das Handhaben des Bildermalens es fertig, die Dinge als Erlebnis oft auch  als Abenteuer zusammen mit den Anregungen zu einem Dokument in Zeit und Raum zu verwandeln:

-da waren Sommerfarben von 2016 als ‘Farbnachlass’ für dieses Jahr mit dem Siebenschläfer, der beste Tost und bot Gewissheit für zukünftige Sommer-Freuden.

Ein Zeichenheft ist wieder aufgetaucht…

28. August 2017 – 15:55

K.S., 2017, Digitale-Photographie,-Stillleben mit China-Zeichen-Buch- (7.7.03-5.8.03), 34,5×25,5 cm

… montags hört das Kramen in den Fächern und im Atelier zum Glück nicht auf, mit Bildern und Worten Erinnerungen zu erwecken. Denn die eigenen Erfahrungen mit der Bildhaftigkeit weisen immer wieder auf, wie sich mit den Zeiten die Form der Sehweise ändert, jedoch darüber hinaus die so “geweckten” Erinnerungen den Eindruck auf die Vergangene Zeit authentisch beschreiben kann.

-Malerei ist im universalen Sinne in der Lage, die Wahrnehmung der eigenen, sich mit  den Zeiten  verändernden Sehgewohnheiten, erkennbar werden zulassen-. So ist diese meine Feststellung ebenso, für  Zeichnungen, Skizzen oder auch Fotos, im besonderen wirksam. In vielen Fällen sogar, als erste Formulierung einer Bildidee, für mich unverzichtbar. Dabei ist dann der Mal-Prozess das Abenteuer; -einer erweiterten Erfahrung von Wirklichkeit-.

So verbindet die Bilderzählung zurückliegend Erinnertes mit Gegenwärtigem.

Berlin als Zweigeteiltes und doch vereint…

21. August 2017 – 15:59

K.S., -Berliner Fenster-, 1989/90, Öl auf Leinwand, 120×140 cm

… so war das lange Zeit zu erleben… heute wünscht man sich diese Zeit nicht zurück. Das Bild als -Berliner Fenster- ist 1989/90 noch im Atelier ‘Heegermühler Weg’ in Wilhelmsruh entstanden.

Es schließt in seinem Ausdruck der Schmerzhaftigkeit wohl mehr Historie in sich ein als den Hinweis auf Kommendes…das Fenster im Kopf, gab den Ausblick  ins Helle nicht her:

-Nur die torsohafte Figur hatte sich ein großes F sinnbildlich als Freiheit zur Seite gestellt und dazu kam das Kindheitsmuster und das dunkle Boot als Metapher für die alles verbindende Zukunft-

… um sich damit dann auf einen Weg der heute immer noch statt findenden Transformationen zu begeben.

Farbe und die Struktur der Leinwand bilden als Textur den Bild-Charakter…

14. August 2017 – 15:29

-Transformation- K.S., 2016/17, Öl auf Leinwand, 110×75 cm

… so ist es sogar noch  jetzt, als digitale Abbildung sichtlich zu spüren und nach zu empfinden; -hier also tritt die Lust des Farbauftrags programmatisch hervor.

Mit den offenen zeichnerisch und grafischen Spuren und den zeichenhaften, collageartigen Formen, sind  jedoch noch gleichzeitig die erinnerbaren Entwurfsvarianten einbezogen.

Aber, daher wirkt auch diese Lust, als  Sichtbares und als nacherlebbare  Sinngebung, erkennbar erhaltend:  Eine Bild-(idee) wird -EIN BILD-.

Gedankensplitter als Weg zum Bild

7. August 2017 – 15:34

K.S., -Torso, Transformationen-, Bildschirmfoto der Gedankensplitter, 2016/17

Fast jedes meiner Bilder hat diverse Ursachen oder verschiedene Wege, bevor es sich zu seiner eigentlichen Sichtbarkeit entwickeln kann.

Gedanklich  ist es fast ausgeschlossen an einem einzelnen Bild den malerischen Prozess zu beschreiben; -was meine Erfahrungen jedoch betrifft, sind es geradezu die sinnlichen und haptischen Berührung einer Bildtafel, die  in den “bewegten und bewegenden” malerischen Entscheidungen auf der Fläche zu einem Ausdruck gelangen, um dann (wie man es beim aufgeregten Malen erhofft) am fertigen Objekt als wundersame Erscheinung ablesbar zu bleiben.

Ein Ausflug auf Aquarell-Papier

31. July 2017 – 16:02

 

K.S.,- Der Ausflug-, Farbzeichnung, Wasserfarben auf Aquarellkarton, 36×47 cm

Eigentlich hat man auf den Sommer 2017 schon sehr lange gehofft, nun ist er da und man ruft nach Hitze-Frei!

Vor ein paar Tagen waren es noch die erinnerten Freuden vergangener Tage; dieses mal beim  Kramen in den Fächern, taucht gleichzeitig ein mittelgroßes aber leeres Blatt aus einer Versenkung hervor… es forderte die Farbe heraus.

-Der Ausflug- ist nun der Titel einer Farbzeichnung, die begonnen hat mit der expressiven Setzung eines dominierenden Blaus, aber doch ganz von den sommerlichen und hellen landschaftlichem Farbklängen  gehalten!

Die nicht verortete Räumlichkeit ist wohl dem Kontrast, den freien oder schwingenden Farbsetzungen und der aufkommenden Lust dabei,  zu verdanken: –

um beim nächsten Blick wieder einen anderen Standort zu entdecken und dieser dann erneut einen sommerlichen Ausflug ins Freie anregend belohnt.

Das Beste zum Schluss…

24. July 2017 – 16:09

Ein Schnappschuss, Digitale Photographie von K.S., Juni 2017

-Rosa Rot und Himmel Blau-  so  war der Titel einer Ausstellung in der Galerie Pankow…es gab einen Blick auf 17 malerische Positionen der Malerei in der Galerie Pankow zuerleben.

Ausgesucht und kuratiert (mit Katalog) von Annette Tietz und Paula Böttcher, als ein besonders engagiertes Vorhaben:

-Malerei als Position zur Zeit- (100 Jahre nach der Revolution von 1917). zugleich eine Setzung und das AUFTRUMPFEN der Kunst, bevor ein schon längeres Baugeschehen  in die Räume vorgedrungen sein wird.

Geblieben ist noch eine Schwarze Fahne mit den Namen aller Teilnehmer/innen  und der sinnige Titel: – im revolutionären Rot-Blau des Katalogs – Gestalter op45, M. Richmann.

Schwarze Fahne mit ROT und Blau, K.S., 2017, Digitale Photographie

Die Ausstellung endete mit einer gelungenen Gesprächs-Finnissage und den hoffnungsvollen Erwartungen auf die nächste und auf alle weiteren Eröffnungen der Galerie,- ab dem 3. September, 2017!

Ach, wenn man doch Flügel hätte…

17. July 2017 – 19:52

K.S.,1985, – Ikarusgedanke-, Aquarell auf Lithokarton , 39×31,7cm

… Ja! – doch auch schon in den 80er Jahren hatte ich keine Flügel –

Aber da halfen die Gedanken an das Fliegen schon mal über eine empfundene Enge in der Bewegungsfreiheit über alle Grenzen und Entfernungen hinweg.

Wenn nun die Gedanken nicht reichten, so glaubte man im eigenen künstlerischen Tun, Bilder als Botschaften in die Welt zusetzen, mit der Hoffnung  es nutzt als Widerspruch und gibt als eine Gegenstimme, Mut zu Forderungen auf  VERÄNDERUNG .

Zurückschauend entstehen in dieser Zeit viele Bilder und Grafiken in dieser und ähnlicher Auffassung als Versuch, aber mit dabei waren die Worte von Dädalus : “fliege nicht zu hoch zur Sonne und nicht zu tief ans Wasser des Meeres” in den etwas verschlüsselten Formulierungen ein typisches Verhalten der damaligen Kritik am System.

Trotzdem waren es die Jungen, wer wenn nicht sie: die Künstler, die nicht “still zu halten” waren: – trotz allem, aber auch im eigenen Risiko!

Die Fähre von Sassnitz nach Trelleborg als Achtzigerjahre Signal

10. July 2017 – 18:00

K.S. -Fähre (Sassnitz-Trelleborg)-, 1986, Aquarell-Zeichnung, 24,5×28,5, Sizzen-Block

Vom Ostseeufer bei Sassnitz auf Rügen, war in den 80er Jahren nur schon das einfache Erblicken der Überfahrt einer Fähre nach Schweden und zurück, ein erstaunlicher Sehnsuchts-Verstärker.

Widersprüchlich ging es mir mit meinem Skizzen-Block am schönen Strand der Ostsee… im gleichen Augenblick, ein Anblick schönster Formen von Ostsee-Bojen, die nun hier zum Symbol in Verbindung zur damalige Grenzsituation gelesen werden könnten.

Hatte man es jedoch geschafft, die Fahrt zur Ostsee mit einem Zeltplatz-Schein, sozusagen den Aufenthalt angemeldet zu haben, und war auch noch zum Überfluss schönstes Sonnen-Sommer-Wetter, so  waren die Gedanken und die Träume jedenfalls letztendlich frei.

Glück bedeutete für mich gleichzeitig, mein Erleben und diese Stimmungen, wie ein Tagebuch mit Bildern zu notieren;auf meinem mitgeführten Zeichen-Block mittels Wasser Farben, Pinseln und Stiften.

Erst einige Zeit später entstanden eine Reihe von Kaltnadel-Radierungen und Bildreflexionen zum Thema des Eingeschlossenseins.

Auch im Berliner Osten gab es Palmen…

3. July 2017 – 16:23

K.S., 1983, -Nord-Palme-, Farbholzschnitt von 4 Platten, auf Japanpapier,29,5x37cm, Handabdruck, Auflage 1-8

Für eine im Herbst 2017 bevorstehende Auktion ist beim “Kramen in den Fächern” etwas  aus meinen 80er Jahren ans Licht gelangt.

In Westberlin gab es da schon einige junge Wilde, und natürlich hat man gerne die Hinwendung zur figurativen Malerei  auf der “anderen Seite” erfreut war genommen und begrüßt. Aber “Kunst kommt von Kunst” und eine vertraute Form des Expressionismus bestätigte meine damaligen Formfindungen. In gleicher Weise entwickelte sich eine zeitlang in meiner Zeichenweise und im besonderen in meiner Grafik etwas Verwandtes; nur ganz so wild oder besser gesagt ganz so frei war ich wohl nicht.

So habe ich jedenfalls in dieser Zeit,  meine eigene künstlerisch Suche und dabei meine individuelle Formfindung als Berliner Malerin, über die deutsche  Grenze hinweg, bestärkt empfunden.

Aus heutiger Sicht ist diese “Nordpalme” wohl immer noch ein Sehnsuchts-Blatt; gleichzeitig nach Nähe und Ferne.