Die Fähre von Sassnitz nach Trelleborg als Achtzigerjahre Signal

10. July 2017 – 18:00

K.S. -Fähre (Sassnitz-Trelleborg)-, 1986, Aquarell-Zeichnung, 24,5×28,5, Sizzen-Block

Vom Ostseeufer bei Sassnitz auf Rügen, war in den 80er Jahren nur schon das einfache Erblicken der Überfahrt einer Fähre nach Schweden und zurück, ein erstaunlicher Sehnsuchts-Verstärker.

Widersprüchlich ging es mir mit meinem Skizzen-Block am schönen Strand der Ostsee… im gleichen Augenblick, ein Anblick schönster Formen von Ostsee-Bojen, die nun hier zum Symbol in Verbindung zur damalige Grenzsituation gelesen werden könnten.

Hatte man es jedoch geschafft, die Fahrt zur Ostsee mit einem Zeltplatz-Schein, sozusagen den Aufenthalt angemeldet zu haben, und war auch noch zum Überfluss schönstes Sonnen-Sommer-Wetter, so  waren die Gedanken und die Träume jedenfalls letztendlich frei.

Glück bedeutete für mich gleichzeitig, mein Erleben und diese Stimmungen, wie ein Tagebuch mit Bildern zu notieren;auf meinem mitgeführten Zeichen-Block mittels Wasser Farben, Pinseln und Stiften.

Erst einige Zeit später entstanden eine Reihe von Kaltnadel-Radierungen und Bildreflexionen zum Thema des Eingeschlossenseins.

Auch im Berliner Osten gab es Palmen…

3. July 2017 – 16:23

K.S., 1983, -Nord-Palme-, Farbholzschnitt von 4 Platten, auf Japanpapier,29,5x37cm, Handabdruck, Auflage 1-8

Für eine im Herbst 2017 bevorstehende Auktion ist beim “Kramen in den Fächern” etwas  aus meinen 80er Jahren ans Licht gelangt.

In Westberlin gab es da schon einige junge Wilde, und natürlich hat man gerne die Hinwendung zur figurativen Malerei  auf der “anderen Seite” erfreut war genommen und begrüßt. Aber “Kunst kommt von Kunst” und eine vertraute Form des Expressionismus bestätigte meine damaligen Formfindungen. In gleicher Weise entwickelte sich eine zeitlang in meiner Zeichenweise und im besonderen in meiner Grafik etwas Verwandtes; nur ganz so wild oder besser gesagt ganz so frei war ich wohl nicht.

So habe ich jedenfalls in dieser Zeit,  meine eigene künstlerisch Suche und dabei meine individuelle Formfindung als Berliner Malerin, über die deutsche  Grenze hinweg, bestärkt empfunden.

Aus heutiger Sicht ist diese “Nordpalme” wohl immer noch ein Sehnsuchts-Blatt; gleichzeitig nach Nähe und Ferne.

Landschaft als Körper ⠂Ferne und Nähe zugleich

26. June 2017 – 18:34

-Landschaftskörper I (Dünenlandschaft)-, K.S.,2016/17, ÖL auf Leinwand, 70×90 cm

Was uns in nächster Nähe umgibt, wird gedanklich sehr oft verwandelt, um schließlich aus zu schweifen in eine fernste Ferne…

vielschichtige Anregungen verführen uns oder begleiten unsere Tage, hier im web.werkraum und im Atelier, bei der Suche nach einem Ausdruck und der Gestalt einer nächsten malerischen Idee.

So eröffnet ein schon oft erprobtes Verfahren das Spiel der Sinne. Dabei sind es die Skizzen und farbige Notate, die als erinnerte Seherlebnisse zum Ausgangspunkt werden. In der Anspannung der Farbsetzung und deren Formulierung auf der Leinwand, kann es geschehen, dass auch eine eher flächig angelegte Landschaft zu einem fliegenden Teppich werden kann; – der dann als Bild mit einer körperhaften Präsenz,

uns den Betrachter in eine wunderbare weit entfernte Sehnsucht’s-Welt  entführt.

Der Sommer der ist da…

19. June 2017 – 15:02

K.S.,1991/2000, Fensterflügel, Öl auf Leinwand, 50×90 cm

…hier im Atelier lässt es sich trotz aller Verlockungen zusammen mit angefangenen Bildern immer noch gut aushalten… wobei meine Detailaufnahme zu einem Bild vom Anfang der 90er Jahre gehört…

nun ist es wieder ans Licht geholt und erinnert an eine spezifische Art meiner Auseinandersetzungen mit der Figur; hierbei bemüht, gleichermaßen die Findung einer Form mit dem Ausdruck eines erzählenden Erlebens zu verbinden.

Bei  heutiger Betrachtung eines Details des Bildgeschehens, das  als Ganzes den Titel: FENSTERFLÜGEl hat, wird mir etwas schon Vergangenes vor Augen geführt; wie sich mit den Zeiten und dem Erleben das Sehen und die Wahrnehmungen des eigenen Seins verändert hat.

Mit den teilweise ironisierenden Spiegelungen und den Form prägenden Bildvorstellungen reifte im Besonderen (weitgehend unbewusst) eine stete Veränderung: -ein Erkennen- der sich ganz im selbst vollziehenden malerischen Prozesse – scheint nun auf. Da bleibt bei jeder neuen oder angefangenen Leinwandfläche das Ergebnis offen:

-Anregung – als Anspannung… wie und in welcher Form die Bildsprache sich entwickeln wird!

Von den 68ern insperiert

12. June 2017 – 18:25

K.S., frühe Selbstbildnis-Studie, etwa1970/71, Öl auf Hartfasertafel, 37,5×28

…und das war auch im Osten Berlins der Fall, wenn dies auch nicht unbedingt aktionistisch geschah.

So wie heute die Fragen: Wie wollen wir leben ?.. was können wir in unserer Zeit tun? …wie können wir die Anderen verstehen? oder wie wird man gesehen?… wie wird man verstanden?… und so weiter! Diese Art der Fragestellungen liegt allen Zeiten der Menschheitsgeschichte zu Grunde.

Nun ist alles so geblieben… nur hatte ich das Glück für mich die Kunst und im Speziellen die Malerei, als ein Selbstfindungsprozess zu entdecken.

Hierbei sind schließlich die der Kunst innewohnende Inspiration, zu den Anregungen im Eigenen geworden und geblieben: -Alle gefühlten Erinnerungen an die 68er und die 70erJahre- treten mit dem kleinen Selbstbildnis, in der jetzigen Anschauung nach den vielen Jahren jedenfalls heute wieder hervor!

Eine Findung aus Assoziationen als Pfingst-Collage

5. June 2017 – 18:45

K.S., 2017, – Kopf-Dusche -, Collage und Stift, Auf gelblichem Karton, 17,2×19 cm

Schön wenn es im Jahreslauf Unterbrechungen in Gestalt von Feiertagen mit uralten Erinnerungen gibt, über die man immer wieder auf verschiedene Weise nachdenken kann.

Hier gibt es zwar einen Titel aber wenn die Teile im Bild zum besagten Ganzen sich fügen, so ist es ohne Übersetzung mit aller Wahrscheinlichkeit auch ohne Worte zu verstehen…

zumindest Anregung genug, sich  heute nun selbst eine Bildgeschichte dazu auszudenken.

Wie sich die Bilder gleichen…

29. May 2017 – 13:25

K.S., -Sumpflandschaft-, 1986/87, Öl auf Leinwand, 60×80 cm, gerahmt

…in der Anschauung entspricht das Seherlebnis nicht immer der Wirklichkeit, aber allgemein macht sich wohl jeder ein Bild von dem was ihn umgibt.

Jedoch mein gemaltes Bild aus den 80er Jahren hat wiederum viele Möglichkeiten der Lesart, als Anregung oder wohl auch als Aufregung; gemeint war von mir damals beides… man wollte und will weder in einer gesellschaftlich bedingten Flut noch in einem Sumpf versinken.

Heute wie damals bleibt es die Malerei, die um zu bestehen uns ein gestärktes Selbstverständnis der eigenen Individualität vermitteln kann.

Wenn ein Bild sich als Vorstellung entwickelt…

22. May 2017 – 15:44

K.S.,2016/17, -Die Flut-, Öl auf Leinwand, 50×70 cm

… es könnte ja sein, dass die Form meiner Bilder immer auch aus meiner eigenen subjektiven Erfahrung heraus entstehen, und somit, sich daraus die Lesbarkeit nicht unbedingt über eine einfache Beschreibung herstellen kann…

erst ein aktiver differenzierter Formfindungsprozess beim malerischen Tun, eröffnet Möglichkeiten zu vieldeutiger, wohl möglich auch, mehrdeutige und freie Auslegungen der assoziierten Inhalte des Bildgeschehens.

Die Malerei ist somit für mich selbst eine Befreiung, von Gefühlen und Welt-Empfindungen die sich über längere Zeit in meinem Inneren “verknotet” haben: – das vor allem dann, wenn es bei der Arbeit auf der Leinwand gelingt, bedrängende Ängste in einen Bild-Gedanken zu verwandeln.

Gruppenfoto mit Kupferdieb und Zwiegeschpraech

15. May 2017 – 15:35

Gruppenfoto zur Finissage,-ZEITFENSTER-K.S., Malerei und 2 Skulpturen

 

 

 

Das Foto als Erinnerung an ganz neue Erfahrungen bei der Begegnung mit Kunst;

inmitten von erfreuten und wissensdurstigen Besuchern gab es zur Finissage der Ausstellung -ZEITFENSTER- in der Bautzener Galerie Budissin eine verlebendigte Idee eines Zusammentreffens von Malerei (Mein Zwiegespräch), Skulptur ( Der Kupferdieb) und angeregtem Gespräch mit Schülerinnen (Gymnasiasten) des Philipp- Melanchton-Gymnasiums in Bautzen. Allen Beteiligten sei herzlich gedankt.

Finissage mit Kupferdieb, 13.05.2017

Zwiegespräch mit K.S, Öl auf Leinwand

Eine Homage an Hermann Glöckner von 1992

8. May 2017 – 17:19

K.S., 1992, -Pythagoras am Tor-, Farbholzschnitt, 55×76,5 cm, Resaervage und Platten Mehrfachdruck

In der Leipziger Galerie am Sachsenplatz  gab es 1989 für Hermann Glöckner anläßlich seines 100. Geburtstages  eine Ausstellung -Homage a Hermann Glöckner- ein Kreis von 74 beteiligten Künstlern ließ sich auf diese durch seine Kunst bestimmte  Anregung ein ihn zu ehren. Wie Giesela Schulz im Vorwort zum Katalog Schreibt:

“…Für eine Anzahl Kunstschaffender in unserem Lande war und wurde Hermann Glöckner zum geistigen Verwandten. Auf ihre eigene künstlerische Art versuchten sie, diesem hohen Anspruch gerecht zu werden…-Das Ergebnis beweist nachhaltig die geistig-künstlerische Auseinandersetzung mit dem Werk Herrman Glöckners, ohne das es hierbei zu Plagiaten kommt.”

Meine Teilnahme an dieser Ausstellung hatte mich dann 1992 zu einem weiteren Holzschnitt angeregt. Mit -Pythagoras am Tor- als Druck-Variante ins farbig Malerische gedacht, entstand durch eine sensitive Handabreibung erneut das Gespräch mit dem Meister des Dreiecks.