Der Morgen hat den Tag noch nicht erkannt

9. April 2018 – 17:51

K.S.,1981, -Der Morgen-, Aquarell auf Lithokarton, 32×40 cm

Zu keiner anderen  Zeit als am Morgen, ist die Wahrnehmung der Stimmung einer Paarbeziehung eindeutiger. “Der Morgen ist klüger als der Abend”, was sich wohl auch in dieser alten Spruch-Weisheit so auslegen ließe…

ganz ohne Absicht  entstand wohl so das Farbblatt von 1981. Gerade nur, um auch ohne alle Zusammenhänge einer Erzählung, die dargestellten Figuren in ihrem Ausdruck als eigene Charaktere den begonnenen Tag, im Lebensspiel beginnen zu lassen.

Später dann entstand aus diesem Stimmungsentwurf, eine Holzschnitt-Edition mit  etwas strengerem, zeichenhaften Ausdruck:-1981,-Mann und Frau im Haus-, 39×42 (Abb.:im Katalog. Karin Sakrowski. Holzschnitte. Galerie Mitte. Seite 6)

Das einfache Sehen wieder gefunden

2. April 2018 – 18:10

K.S., 2018, Stillleben auf der Atelier-Staffelei, Ostermontag

Mit dem Osterfest beginnt die Zeit, in der die Natur um uns herum erwacht… und sogleich regt sich ebenso in unserm Innersten Wesen die Lust auf ein besonderes Sehen.

Wie so oft hält sich im Atelier beim herum Kramen eine Überraschung bereit; -es ist eine grundierte Fläche, noch aus dem Atelier-Heegermühler Weg-, auf dem ein spontanes Bildzeichen sich seine selbst erhaltende Wirkung noch immer bewahrt hat.

Nun erst einmal  auf der Staffelei: -fordert mich die ursprüngliche, fast unheimliche Vertrautheit wiederum heraus. Doch wohl anregend genug, um mit anderer Sicht, sich auf das Gleiche einzubringen und jedoch eventuell, letztendlich auf das einfache Sehen zurückzukommen.

Ein Bild für ein Spiel oder ein Spieler als Bild

26. March 2018 – 15:48

K.S., -Ragby-, 2003, Öl/Leinwand, 70×50

 

 

Ein Bild von 2003 hat  hier im Blog heute die Rolle eines Mitspielers… zusehen ist die freie Form einer dargestellten Einzel-Figur.  Zum Bild so auch zur Figur gehören jedoch die Linien, Flächen und Strukturen des Farbauftrags; -wesentlich ist ebenfalls das im unteren Rand schwach auf scheinende Wort Ragby (als tschechisch/deutsche Übersetzung für die eigentlich englische Version Rugby).

Als Mitspieler im Netz heute ausgewählt, sollte die Wirkung der Leichtigkeit des Bildes die Betrachtung zu einem rätselhaften Gedankenspiel, mit offenem Ausgang verweisen oder dazu anregen, sich selbst im “Alleingang” nicht in eine vereinzelte Hilflosigkeit auflösen zu müssen.

Der Ausdruck beschreibt und beschwört an jedem Tag das weitere Tun mit dem Ruf: “Das Spiel beginnt!”

__DAS SPIEL BEGINNT__

Brüchige Welten aus anderer Sicht

19. March 2018 – 15:33

-Der Schirm-, K.S., 2018, Farbzeichnung und Grafit auf Karton, 40,5x43cm

 

Zeichnerisch hervorgebracht:- eine Erzählung  aus gefundenen Formen. Die scheinbar auseinander strebenden Elemente, sind wie mäandernde Gedanken.

Das umständliche Treiben auf dem Zeichenkarton mit all den sinnlichen Berührungen erzeugt am Ende ein Bild, nicht etwa von etwas Brüchigem, sondern ein Streben um vor dem Zerfall zu einem ganz neuen “Ganzen” zu gelangen.

Das März-Licht erweckt grüne Gedanken…

12. March 2018 – 16:40

K.S., 2008, Giebel-Figur, Farbzeichnung, aus den Fächern einer Projekt-Kiste: “In alle Winde verstreuen”

…nun feiern wir nicht nur das frühe Licht im März, sondern begrüßen den Frühling mit aufkommender Unruhe gepaart mit der Erweckung der Lust auf Farbe, wie in der Natur.

Als  Gleichnis dienend, so trifft das Licht auch belebend auf den Schatz meiner Entwürfe und Gedanken im Atelier. Es  erleuchtet mir die kleineren und größeren Vorhaben, um dabei zu erfahren, was an vorausschauenden Möglichkeiten der eigenen Sinne, sich schließlich in und auf den Blättern aus Papier widerspiegeln lassen.

Wer hätte das gedacht…

5. March 2018 – 16:43

K.S., Original Plakat von 1981, Farb-Pappschnitt und Wachsstift, als  eigener Handabzug auf Industrie-Papier, Auflage 1-20

 

…wie schnell doch die Zeit vergeht: ein Plakat von -1981, das hatte ich damals in einer 20iger Auflage selbst gedruckt und es war gedacht zu einer meiner ersten Ausstellungen in Berlin: -Holzschnitte und Radierungen-, für die damals noch sehr junge “Kleine Humboldtgalerie” Unter den Linden. -Das ist also nun schon knapp 20 Jahre her!-

Jetzt aber, wird es mit anderen Künstlerplakaten ab dem 8.3. bis zum 13.4.2018 in der Galerie der Berliner Grafikpresse ausgestellt und damit zusehen sein im Kontext anderer, auch von mir verehrten Künstler.

Im Besonderen sind  in der Zeit der 70er bis 90er Jahre von vielen Künstlern für Plakate ihrer eigenen Ausstellungen, die verschiedensten original Grafischen-Techniken verwendet worden.

Somit ein Rückblick aber auch ein “Einblick” in den Formen-Kanon dieser nun vergangenen Zeiten. Auf einen hoffentlich wirkungsvollen Vergleich  kann man sicherlich gespannt  sein.

Leben mit Bildern: BILDERLEBEN

26. February 2018 – 16:13

K.S., 2002, Holzschnitt, -Kleine Betrachtung-, (Postkartendruck)

2002 entstand ein Holzschnitt, der hier als Motiv auf der Einladungskarte zur Austellung -BILDERLEBEN-Verwendung fand. Jetzt aber im Netz nochmals gefunden; – als ein Abdruck aus der kleinen Edition von 20 Exemplaren, die damals als Dankeschön für den Galeristen auf seine Anregung hin, im eigenen Handabzug entstand.

Zu meiner Freude ist diese Auflage nun vergriffen… also wie vom Winde verweht.

Denn in den “Tiefen der Fächern” der Galerie von Joachim Pohl, gibt es davon wenigstens, keine sogenannten Ladenhüter mehr zusehen…außer “der Erinnerung des Inneren Auges”,

an die bewegten Zeiten der Nuller-Jahre, in meinem eigenen auf und ab des Lebens, mit den Bildern im Atelier und dem -webwerkraum- hier!

Neue Anregungen aus den “eigenen Tiefen meiner Fächer”

19. February 2018 – 19:35

K.S.,Studie, Ausblick auf die Spree, Fischerinsel Berlin Mitte

ein Wunder ist es, wenn man beim “Kramen in den Fächern” auf eine frühere Studie trifft, die immer noch ihre besondere Authentizität und eine kraftvolle Ausstrahlung behalten hat.

Hier ist es ganz allein die Farbe auf Karton, die als Hauptdarsteller den Ausblick vom oberen Stockwerk eines Wohnturmes von der Fischerinsel in Berlin beschreibt. Der Blick auf die Spree, am Rande die Uferhäuser, zentral hin und her, die erahnten Brücken, in der Ferne schließlich: das typische Berliner Grau bis zum Horizont.

Heute wird mir diese damalige intuitive Sicht des ersten Ausblicks noch einmal zum Einblick in meine malerischen Empfindungen, ganz bedingt durch diesen besonderen Standpunkt der Betrachtung:

-im sinnhaften Blick auf die Spree wird nun Aus- und Einblick zum Gleichnis eingefangener Zeit im Raum von der Mitte Berlins.

Morgen ist Fastnacht…

12. February 2018 – 16:54

K.S., (Fast)-Nachtfigur, 2017/18, Mischtechnik auf Leinwand, 70×50 cm

 

 

Zu Zeiten des Jahreslaufs gewinnen die Bilder oft Ihre Bezüge wie von selbst. Nun, gerade heute erscheint mir eine Nachtfigur, die aber schon im vergangenen Jahr als Bildfigur begonnen , obwohl am Anfang ein Bezug zur Närrischen-Zeit  nicht zu erahnen war.

Aber vielleicht war es in etwa, dass mir das Spiel vom Umringt sein und die Wirkung der Farben als Leuchtzeichen im Bild, schließlich die angefangene Malerei schon selbst zu einem freudigen, ja aber auch widersprüchlichen Fest verwandelte.

In anderen Gegenden feiert man ja auch schon mal das ganze Jahr über… und nicht zuletzt bevor überhaupt “so Alles vorbei sein wird” oder auch um sich selbst im eigenen Dasein Luft oder gar Mut zumachen, erfindet sich so jeglicher einen passenden Grund mit dabei zu sein;

– um schließlich die eigenen Ängste zu erkennen, aber jedoch am Ende als Geistervertreiberin  im Narrenfeld der Gegenwart eingefangen zu sein.

 

Noch immer da: eine Zeichnung von 1991

5. February 2018 – 16:33

K.S., 1991, -Figuren-Konstellation-, Farbzeichnung, K.S., Kohle, Stifte, Wasserfarben, Lavage, 36×47,5cm

Also, mal eine frische Brise im Werkraum…hier,  ganz mit den Hoffnungen erfüllt, die neue Freiheit zu erfahren… ja, die Zeichnung strahlt immer noch aus sich heraus, nur eben ist viel Zeit vorüber gegangen.

Nun aber beflügelt das Strahlen des Blattes durch die schroffe Erzählung, sowie die Ungleichheit der Figuren zu Raum und Zeichen auch im aktuellen Blick. Die Wirkung  der Erinnerung wird zur Anregung um diese Stimmung von damals für sich  aufzugreifen und damit wieder diese Kräfte ins Jetzt als neue Bild-Gestalt einzubeziehen.