Eine Erinnerung an die “Wilden Achtziger Jahre”

5. December 2016 – 15:42
K.S., 2016, Mischtechnik auf Leinwand 36x31,5

K.S.,-Ozon-, 2016, Mischtechnik auf Leinwand 36×31,5

Alles ist noch offen, alle Wunden vorgezeigt, aber sind wir noch immer so wild…? Or what’s now

Vielmals hatte ich selbst meine Gedanken in die seit Ende der 70er entstandenen Bilder verwoben, doch war ich nicht so wild!..?

Oder, hatte ich mit meinen Bildern, den subjektiven individuellen Selbstreflexionen, schon für mich selbst eine ‘gefühlte Unabhängigkeit’ hergestellt.  Ich war permanent damit befasst im damaligen Ost-Berlin, mein Atelier als meine “Burg” zu behaupten. Daher rührte auch eine Selbstbezeichnung als ‘Berliner Malerin’; was wohl in den engen Strukturen die sich in der damaligen Szene  ausgebildet hatten nicht als ‘Wild’ sondern nur als ‘Vorlaut’ gedeutet werden konnte.

Die Intensität meiner spezifischen Formfindungen der eigenen Individualität näher zu kommen, ist mir jedoch zum Glück im weiteren als “Werk-Gedanke” bis heute geblieben.

Erfreulich ist, dass im Potsdamer Museum die aktuelle Ausstellung sich als Experiment versteht: die Malerei dieser Zeit aus beiden deutschen Staaten im Rückblick vergleichend und “gleichbedeutend” zu repräsentieren und begleitend zu kommentieren, als wirkliches “Forum für Kunst und Geschichte”.

Ein Bild zur Adventszeit: – Die kleine Schwangere-

28. November 2016 – 17:13
K.S.,Bildnis-Studie, -Die kleine Schwangere (Maria)-, Öl auf Leinwand

K.S.,1977,  -Die kleine Schwangere (Maria)-, Bildnis-Studie, Öl auf Leinwand

Diese Bildnis-Studie, der ‘kleinen Schwangeren’ ist 1977 entstanden.

Aus heutiger Sicht und jetzt gerade zur begonnenen Adventszeit wirkt sie wohl auch als Erinnerungs-Zeichen, im besonderen mit der angelegten blauen Farbgebung hinweisend, auf die Figur der Maria.

Jedoch ist sie als Bild ganz und gar der jetzigen Zeit zugehörig. -Der expressive Ansatz die Figur zu erfassen, steht in direkter Korrespondenz mit dem Wesenhaften der hoffenden Bestimmtheit und der Zuversicht zum Erwarteten; trotz all der veränderten Zeiten, Stile und ‘Moden’ auch in der Kunstentwicklung:

– hier im Bild und heute noch immer ablesbar im Gesichts-Ausdruck der Dargestellten.

Ein gefalteter Gedanke wird interaktiv

21. November 2016 – 13:47
K.S., 2016,-Faltung-, Öl auf Leinwand, 70x55 cm

K.S., 2016,-Faltung-, Öl auf Leinwand, 70×55 cm

…wie anregend kann es sein einen Gedanken solange hin und her zu wenden, bis sich seine Form und sein Sinn selbst entfaltet… Diese Sehnsucht einer “Stimmigkeit” liegt wohl allem Kunstwollen zugrunde … ob Bild, Musik, oder das Wort…

mir ist es das Liebste, mit den Mitteln der Malerei auf einer Bildfläche, den Raum für meine Gedankenunruhe als eine sinnliche Entfaltung zu erleben…

dabei kann es sein: – wie in einem Spiel verwandelt sich der Gedanke in eine Idee. Aus aller sich entfalteten Unruhe, ist mir dabei die  Umkehr des Gedankens gelungen: -ein ‘Stillleben’… aber das Neugierde weckt und der Betrachter den “gefalteten Gedanken” für sich selbst zu enträtseln versucht.

 

Die Seelen-Insel als Erinnerungszeichen

14. November 2016 – 15:36
K.S., 1996, Fudstückdruck, Übermalung, collagiert, auf Bütten-Karton, 62x85 Bes. Stadtmuseum Berlin

K.S., 1996, Fudstückdruck, Übermalung, collagiert, auf Bütten-Karton, 62×85, Sammlung Stadtmuseum Berlin

Dieser Fundstück-Druck von 1996, ist ein Gedenk-Teil meines Erinnerungsprojekts “Narben und Relikte”…

hierin artikuliert sich meine Suche  nach einer Möglichkeit, Gegenwärtiges im Verhältnis zu Historischem, als Individual-Betrachtung zum Gegenüber zu gestalten; im Zeitalter der Angst:

-Die Kunst als universelle Gegenkraft-.

Das Zeichnen als Erlebnis-Nähe

7. November 2016 – 18:19
K.S., 2015, Abreibung, (Detail der Seebrücke in Zempin/Usedom)

K.S., -Ein Mensch-, 2015, Abreibung, (Detail der Seebrücke in Zempin/Usedom), 20,80×13,4 cm

Noch näher wird das sinnhafte Gefühl angeregt, wenn sich  Material und Gesehenes als Idee oder in eine unerwartete Ausdruckserscheinung bildhaft dokumentieren lässt.

Das Beste ist, man hat immer ein Skizzenheft und etwas Stift-förmiges dabei.

Die Erfahrung erweist sich oft, dass eine Zeichnung, die durch ein besonderes direkt erlebtes “Seh-Ereignis” zustande gekommen ist, den Gehalt der Wirklichkeit besitzt.

Um so mehr gelingt es mir mit einer Anwendung der Frottage-Technik, Authentizität nach zu empfinden.

Später, auch nach längeren Zeiten haben im besonderen die  Abreibungen eine unwiederholbare Ausstrahlung und verweisen als Zeichnung, auf ein sichtbar gewordenes Gefühl.

Ein Bild wie ein Schild

31. October 2016 – 14:11
K.S., 1991, -Krieger-Köpfe-, Mischtechnik auf Industrie-Karton, 55x75 cm

K.S., 1991, -Krieger-Köpfe-, Mischtechnik auf Industrie-Karton, 55×75 cm

…oder sind es Masken, die den unverbesserlichen Köpfen am Ende angewachsen sind…?

Das “Schilder-Bild” ist mir schon Anfang der Neunziger Jahre  entstanden… aber noch immer fällt es schwer sich durch solcher Art einer Darstellung mit dem (menschlichen) Schlimmen auseinander zu setzen… doch mein Gedanke als Bild, wird zur Idee:

– Wir sind in unserer Lebenszeit in allem Sein mit uns selbst konfrontiert!-

“Work in Progress” von der Idee zum Bild…

24. October 2016 – 14:47
K.S., 2016, Tansformation, 1. Zustand, Öl/leinwand, 110x75

K.S., 2016, (Transformation), 1. Zustand, Öl/Leinwand, 110×75

 

…das ist mit unter ein längerer Weg.

Wenn dann  die Leinwand erst angefangen ist, so wird noch meist alles vom Vorgenommenen bestimmt. Wirksam jedoch ist auch  immer das gewählte Material, in seiner Wirkung auf die Fläche, und natürlich die dabei erlebten Empfindungen, der eigen Lust am Auftrag der Farben.

Schließlich arbeitet man sich vom “Widerstand” des Materials herausgefordert oder angeregt in die sich entwickelnden Form- und Raumbeziehungen ein. Mal duldend oder zweifelnd, dann wieder abwartend gespannt.

Der erste Titel ist nicht gleich dem, der durch mehrere Anläufe oder Gedanken- und Farbschichten erarbeitete Zustand, der sich erst am ende als Bild entwickeln wird.

Im Unbewussten vertraut und hofft man dann beim Malen auf das Entstehen eines Zusammenklangs von Wollen und Werden

Die törichte Jungfrau, wo gibt’s denn heute noch so etwas…

17. October 2016 – 15:11
K.S.,1988, Farbholzschnitt, K.S., Farbholzschnitt, Druck, 30x35, Sammlung: Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), Museum Schwerin( MV), Auflage 1-12

K.S.,1988, Farbholzschnitt, K.S., Farbholzschnitt, Druck, 30×35, Sammlung: Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), Museum Schwerin( MV), Auflage 1-12

… ntürlich hier beim Kramen in den Fächern!

So ungefähr war die Situation in meinem Atelier in den Achtziger Jahren, zwischen Sinnlich und Bedrückt… vielleicht auch Abwartend.

Aber immerhin, mit einer Hoffnung, dass sich mit den künstlerischen Mitteln des Bildermachens, wenigstens das Träumen  von einer Entfaltung des Individuellen im  persönlichen Leben erringen lässt.

Nun sind die Jahre dahin, aber die Lesbarkeit der Grafik ist doch noch nicht  erloschen… nur die “törichten Jungfrauen” gibt es wohl eher weniger!

Heute erwachsen die erwünschten Hoffnungen ebenso aus der Bildersuche, wie aus unendlichen Bildfindungen nächster und neuester Generationen, darin eingeschlossen sind all die Bild-Erfahrungen aus Jahrhunderten; –

die jetzt durch ihre mediale Anwesenheit unsere Träume verändert haben.

“Ratz-Batz” so ist der Herbst schon da…

10. October 2016 – 18:23
K.S., 2016, Atelierecke, Digital-Photographie

K.S., 2016, Atelierecke, Digital-Photographie

Es ist nicht nur der Augensinn, der uns die Wirklichkeit im Wandel des Lichts erleben lässt.  Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die Jahreszeiten…das hat mich und den durchschnittlichen Mitteleuropäer in seiner Lebenskultur geprägt.

Selbst das schon längstens Gewusste, wird in heutiger Zeit versucht zu überlisten… mit Lichtspielen, Filmen, Televisionen, Solarintentionen und allen erdenklichen Medien.

Mein Platz und mein Aufenthalt war seit vielen Jahren die Fläche einer neu aufgespannten Leinwand, auf der ich meine Vorstellungen von meinem Verhältnis zu dem WAS IST als meine Welt erkennen könnte.

“Ab und zu” sind auch einige gute Bilder entstanden… aber alles verändert sich… so wie das Sehen im wechselnden Licht…

Nun, es müssen also noch einige Bilder gemalt werden… um so mit der gewachsenen Technik der Malerei sich selbst einen Sinn zu schaffen und  handhabbar im tätigen Sein den Zustand der Welt in das eigene Lebensbild einzubinden.

 

Individueller Eigensinn gehört dazu…

3. October 2016 – 17:25

Einladung u.Infokarte, MJK, Frankfurt (Oder), Abb.: W.Stötzer u. H.Scheib

Innen-Karte: Ausstellung, JKM, 2016-2017, Skulpturen aus 100 Jahren

Die ersten Oktobertage erfreuen mit dem wunderbaren Herbstlicht und gute Empfindungen zum Wechsel der Jahreszeiten.

Dies gilt nun für mich ebenso, wie für meine Ausstellungsbeteiligung: – …UND IMMER WIEDER DER MENSCH! – Armin Hauer vom Museum Junge Kunst in Frankfurt (Oder), dem Kurator dieser Ausstellung, ist es gelungen aus der vielfältigen Sammlung des Museums einen besonderen Zusammenklang der individuellen Bemühungen der beteiligten Künstler… -Beispiele aus 100 Jahren-, in den architektonisch besonderen Ausstellungsräumen, zur Wirkung zu bringen.

Immer wieder vermag es die Gestaltung mit den anregenden Gegenüberstellungen, der jeweiligen Künstler mit deren vorherrschenden “Individuellem Eigensinn” etwas über die gelebte Zeit in ihrem Werk zur Wirkung zubringen.