Die Figuren-Landschaft als Bilder-Rätsel

16. January 2017 – 18:24

K.S.,1993/94, Figuren-Landschaft I, (Die Klippe), Öl/Leinwand, 55×70 cm

Oft hat sich die Wirkung meiner Bilder, auch für mich selbst, in rätselhafter Weise und im laufe der Jahre in verschiedenster Form verändert…

So stellt man immer wieder fest, dass die durch Malerei gefundenen Zeichen im nach hinein bei jeder neuen Betrachtung  ihre  ganz eigene Wirkung auch ohne eine Worterklärungen behalten haben.

Jedoch besitzt ein Bild wie hier, die spielerische Herausforderung und ein Angebot sich selbst in die angedeutete Situation hinein zu denken und vielleicht die Bilderzählung in die eigene Ergebniswelt einzubringen.

Alter Schnee und etwas Neuschnee in Berlin

9. January 2017 – 17:52
K.S., 1975, Schnee in Weißensee, Bühringstr., Öl auf Karton, 35,5x45

K.S., 1975, Schnee in Weißensee, Bühringstr., Öl auf Karton, 35,5×45

“… das ist ja alter Schnee von gestern!”,

aber auch: “Schnee ist für eine Naturstudie eine optische Sensation

Solcher Art Sprüche aus meiner Zeit an der Kunsthochschule in Berlin Weißensee in der Bühringstraße, gehörten zur damaligen Stimmung, die nicht ohne weiteres als Ratschlag  oder Anregungen von der Malklasse erkannt oder geschätzt wurden.

Aus heutiger Sicht, gab es wohl zumeist die vorherrschenden Vorgaben um uns Studenten zu einer abbildhaften Malerei zu bringen. Da aber das bildhafte Sehen  auch immer schon vom Gesehenen ausging, hatte sich der Begriff einer “Optischen Sensation” und diese kleine winterliche Studie von damals  tief in mein Gedächtnis als eine  Anregung eingeschrieben.

Obwohl sich meine späteren Bilder anders entwickelt haben, so ist es der Gedanke:-der als SENSATION empfundene AUGEN-BLICK-, der für mich in meinem Werk immer noch inhaltlich aktuell geblieben ist.

Zwischen den Jahren leben die erinnerten Zeichen

2. January 2017 – 16:44
Gefundenes_Ornament K.S. 2015, Öl auf Leinwand, 27x33

-Gefundenes Ornament-, K.S. 2015, Öl auf Leinwand, 27×33

Heute ist schon der zweite Tag des -Neuen Jahres 2017- !  Und so wie eine sich drehende Spirale, so verschwimmen die vergehenden Jahre je nach empfundenem Tempo zu einer undurchsichtigen Scheibe; wären da nicht die erlebten Bilder!

So steht eines davon schon einige Zeit in Sichtbarer Reichweite in meinem Atelier-im Werkraum.

Es ist als Bild-Zeichen gewählt um zum Neuen Jahr als Anstoß für das Kommende oder auch Unerwartete zu gelten. Denn anstoßen muss man diese Form selbst, um für sich aus der Fülle der möglichen Farbkontraste zu einer Vorstellung zu gelangen.

-Ein Fortunatus-, die kleine Edition als Jahresgabe mit guten Wünschen für das Kommende-Jahr-2017

19. December 2016 – 19:49
 Jahresgabe für 2017 (die vermeindliche Grückssuche) K.S., Digitale-Photographie, 2016

Jahresgabe für 2017  (die vermeintliche Glückssuche)
K.S., Digitale-Photographie, 2016

In diesem Jahr noch im November, ist die kleine Auflage mit den zwei Varianten für die Weihnachts- und Neujahrs-Post entstanden.

Das  Versenden von guten Wünschen zu verbinden mit einer vermeintlichen Glücks-Suche, kann wohl so ganz nicht funktionieren. Um diese ihr ‘anhängende’ Vergeblichkeit zu mildern, braucht es diesmal “sonnige Gemüter”, den Schalk oder besser etwas Humor !

Mir gefällt es jedenfalls so, mit einer Idee zum Jahreswechsel und in der Adventszeit die Fragen “was ist?” oder “was kommt ?” in ein Bild mit widersprüchlichen Empfindungen als Grafische Edition zu integrieren.

Entstanden ist dieses Jahr  ein -Fortunatus-, der mir nun auch dabei wieder geholfen hat – das Glück einer Bildfindung zu erleben.

Mit einem Druck in zwei Varianten, dem Linol-Weißlinien-Schnitt auf Bütten-Karton und die Umkehrung davon, mit heraus geschnittenen Restflächen auch in schwarz-weiß,  aber auf Bütten Papier, ist die Auflage  jetzt getrocknet.

Alle werden demnächst  in Briefform als ein Lebenszeichen und doch auch als Glücks-Boten  per Post versendet werden können.

 

Ein Fotofund von 1986/87 -der kleine Torso intim-

12. December 2016 – 18:56
K.S., 1986/87, Foto analog, -kleiner Torso- Sandstein 12x23x7,5

K.S., 1986/87, Foto analog, -kleiner Torso-, Sandstein, 11x23x7,5

In den ‘Wilden Achtziger Jahren’ gab es wohl auch ruhige intime Momente, vor allem  die Hoffnungen und Sehnsüchte drückten sich in Bild- und -Objekten,  in besonderer Weise aus.

In dem kleinen Sandstein- Fund-Stück, wohnte all dieses ‘Sich-selbst-finden-Wollen’, ganz besonders. Heute habe ich ein Foto aus der Zeit gefunden, es ist noch entstanden im Atelier Heegermühler Weg. Selbst die Art zu fotografieren hat sich in späterer Zeit absolut verändert ( hier noch als analoges Stimmungs-Abbild).

Aber die kommende Zeit, schon ab den 90er Jahren brachte mit der digitalen Photographie, eher einen zweckbestimmten Ansatz, oft vom Gerbrauch aus gesehen, als  Information, als Druckvorlage oder Angebot, um die Verwendbarkeit im sogenannten Kunstbetrieb zu documentieren.

Doch zum Träumen oder Erinnern an alte Zeiten, eigenen sich jedenfalls auch heute noch solcher Art authentischer Aufnahmen.

Eine Erinnerung an “Die Wilden Achtziger Jahre”

5. December 2016 – 15:42
K.S., 2016, Mischtechnik auf Leinwand 36x31,5

K.S.,-Ozon-, 2016, Mischtechnik auf Leinwand 36×31,5

Alles ist noch offen, alle Wunden vorgezeigt, aber sind wir noch immer so wild…? Or what’s now

Vielmals hatte ich selbst meine Gedanken in die seit Ende der 70er entstandenen Bilder verwoben, doch war ich nicht so wild!..?

Oder, hatte ich mit meinen Bildern, den subjektiven individuellen Selbstreflexionen, schon für mich selbst eine ‘gefühlte Unabhängigkeit’ hergestellt.  Ich war permanent damit befasst im damaligen Ost-Berlin, mein Atelier als meine “Burg” zu behaupten. Daher rührte auch eine Selbstbezeichnung als ‘Berliner Malerin’; was wohl in den engen Strukturen die sich in der damaligen Szene  ausgebildet hatten nicht als ‘Wild’ sondern nur als ‘Vorlaut’ gedeutet werden konnte.

Die Intensität meiner spezifischen Formfindungen der eigenen Individualität näher zu kommen, ist mir jedoch zum Glück im weiteren als “Werk-Gedanke” bis heute geblieben.

Erfreulich ist, dass im Potsdamer Museum die aktuelle Ausstellung sich als Experiment versteht: die Malerei dieser Zeit aus beiden deutschen Staaten im Rückblick vergleichend und “gleichbedeutend” zu repräsentieren und begleitend zu kommentieren, als wirkliches “Forum für Kunst und Geschichte”.

Ein Bild zur Adventszeit: – Die kleine Schwangere-

28. November 2016 – 17:13
K.S.,Bildnis-Studie, -Die kleine Schwangere (Maria)-, Öl auf Leinwand

K.S.,1977,  -Die kleine Schwangere (Maria)-, Bildnis-Studie, Öl auf Leinwand

Diese Bildnis-Studie, der ‘kleinen Schwangeren’ ist 1977 entstanden.

Aus heutiger Sicht und jetzt gerade zur begonnenen Adventszeit wirkt sie wohl auch als Erinnerungs-Zeichen, im besonderen mit der angelegten blauen Farbgebung hinweisend, auf die Figur der Maria.

Jedoch ist sie als Bild ganz und gar der jetzigen Zeit zugehörig. -Der expressive Ansatz die Figur zu erfassen, steht in direkter Korrespondenz mit dem Wesenhaften der hoffenden Bestimmtheit und der Zuversicht zum Erwarteten; trotz all der veränderten Zeiten, Stile und ‘Moden’ auch in der Kunstentwicklung:

– hier im Bild und heute noch immer ablesbar im Gesichts-Ausdruck der Dargestellten.

Ein gefalteter Gedanke wird interaktiv

21. November 2016 – 13:47
K.S., 2016,-Faltung-, Öl auf Leinwand, 70x55 cm

K.S., 2016,-Faltung-, Öl auf Leinwand, 70×55 cm

…wie anregend kann es sein einen Gedanken solange hin und her zu wenden, bis sich seine Form und sein Sinn selbst entfaltet… Diese Sehnsucht einer “Stimmigkeit” liegt wohl allem Kunstwollen zugrunde … ob Bild, Musik, oder das Wort…

mir ist es das Liebste, mit den Mitteln der Malerei auf einer Bildfläche, den Raum für meine Gedankenunruhe als eine sinnliche Entfaltung zu erleben…

dabei kann es sein: – wie in einem Spiel verwandelt sich der Gedanke in eine Idee. Aus aller sich entfalteten Unruhe, ist mir dabei die  Umkehr des Gedankens gelungen: -ein ‘Stillleben’… aber das Neugierde weckt und der Betrachter den “gefalteten Gedanken” für sich selbst zu enträtseln versucht.

 

Die Seelen-Insel als Erinnerungszeichen

14. November 2016 – 15:36
K.S., 1996, Fudstückdruck, Übermalung, collagiert, auf Bütten-Karton, 62x85 Bes. Stadtmuseum Berlin

K.S., 1996, Fudstückdruck, Übermalung, collagiert, auf Bütten-Karton, 62×85, Sammlung Stadtmuseum Berlin

Dieser Fundstück-Druck von 1996, ist ein Gedenk-Teil meines Erinnerungsprojekts “Narben und Relikte”…

hierin artikuliert sich meine Suche  nach einer Möglichkeit, Gegenwärtiges im Verhältnis zu Historischem, als Individual-Betrachtung zum Gegenüber zu gestalten; im Zeitalter der Angst:

-Die Kunst als universelle Gegenkraft-.

Das Zeichnen als Erlebnis-Nähe

7. November 2016 – 18:19
K.S., 2015, Abreibung, (Detail der Seebrücke in Zempin/Usedom)

K.S., -Ein Mensch-, 2015, Abreibung, (Detail der Seebrücke in Zempin/Usedom), 20,80×13,4 cm

Noch näher wird das sinnhafte Gefühl angeregt, wenn sich  Material und Gesehenes als Idee oder in eine unerwartete Ausdruckserscheinung bildhaft dokumentieren lässt.

Das Beste ist, man hat immer ein Skizzenheft und etwas Stift-förmiges dabei.

Die Erfahrung erweist sich oft, dass eine Zeichnung, die durch ein besonderes direkt erlebtes “Seh-Ereignis” zustande gekommen ist, den Gehalt der Wirklichkeit besitzt.

Um so mehr gelingt es mir mit einer Anwendung der Frottage-Technik, Authentizität nach zu empfinden.

Später, auch nach längeren Zeiten haben im besonderen die  Abreibungen eine unwiederholbare Ausstrahlung und verweisen als Zeichnung, auf ein sichtbar gewordenes Gefühl.