Detailaufnahmen verändern den Blick

18. March 2019 – 17:03

K.S.,2019, Digitale Photographie Detailaufnahme, Entwurfszeichnung, 1999, Acryl auf Karton, 47×35,5 cm

Heute beim Kramen in den Fächern: – eine Detailaufnahme, als Bild vom Bild-von 1999, also noch aus dem vorherigen Jahrhundert…

Nicht nur, dass die Bilder in den Zeiten sich verändern, sondern es ist in der Hauptsache der Blick des Betrachters, der schon selbst im  wesentlichen aus seiner eigenen zeitlichen Bestimmtheit und bei der Wahrnehmung einer Malerei sich  auch immer zu einem gespiegelten Gegenüber befindet.

Das Beispiel als Abbildung im Detail, hat durch das wieder hervorholen aus einer Mappe mit Entwürfen und anderen Farbzeichnungen, nun  durch eine Reduzierung auf das Wesentliche im Zentrum der Komposition (jedoch den Farbklang erhaltend), zu einer veränderten und direkteren Lesbarkeit der Form geführt.

So kann jeder immer wieder auch selbst nach 20Jahren noch neue Erfahrungen machen.

 

Atelier-Stillleben als Zeitzeichen

11. March 2019 – 13:30

Zeitzeichen(unbestimmt), K.S.,Atelieransicht, 2018, Farbzeichnung, Acryl, Kreide, Grafit, auf Bütten, 27,5×37,7cm und Digitale-Photographie Karin Sakrowski

…im Zentrum der Aufnahme liegt eine “halb”abstrakte Zeichnung mit dem Titel: -Zeitzeichen (unbestimmt)- von 2018… nun spiegelt sich das digitale Foto mit den Details drumherum in der gesamten Wirkung, fast als inszeniertes Zeitbild und erhebt die Zeichnung zu einem Stillleben, mit einer Wirkung – als Bild im Bild.

Somit wird hiermit das zeitliche unbestimmte der abstrakten Zeichnung, als digitale Form einer Netz-Installation, gebunden in die heutige Wirklichkeit der Wahrnehmung von Raum und Zeit…

und sie wird damit gleichzeitig zu einer Erzählung, vom immer schneller werden des Seins und Vergehens.

Sturm und Wirbelwind aus Papier

4. March 2019 – 15:51

K.S., 2019, zum Rosenmontag, -Begin the begin- Farben auf verschiedenen Papieren

Heute zum “Rosenmontag” der Karnevalszeit ist ein Sturm-Wetter angesagt… aber am Rhein wird getrotzt und geklotzt aus altem Brauch und Tradition.

Hier aus meinen Fächern folgt ein Echo auf das vergangenen Montags-kramen, mit einem Einblick und Ausblick auf die Blickveränderungen in Sachen Entfaltung oder  Schichtung als Bewegungsmuster auf dem Zeichen-Tisch, mit der kleinen Tanzszene:-Begin the begin- ist schon alles gesagt.

Aus dem Sturm ist nun ein netter Wirbelwind geworden.

Es liegt ein Papier auf dem Zeichentisch…

25. February 2019 – 17:02

Die Faltung_Das Papier, auf dem Zeichentisch, K.S., 2019

…diesmal nicht unberührt und weiß, sondern als gefaltete Form eine Ungeduld und Neugierde weckend; -ganzundgar in seinem Erscheinungsbild sich selbst bestätigend mit der bedachten Form: -ein Quadrat-.

Zusammen mit allem drumherum ergibt sich ja wie von selbst ein reliefartiger Objekt-Charakter der wie selbstverständlich mit einer ungebundenen Ecke am oberen Rand zu winken vermag, um uns damit wohl zu gemeinsamer freien  Entfaltung  einladen will…

denn die Zeichnung als freies Spiel, kann im besten Sinne etwas bislang Verborgenes, ganz unerwartet sichtbar werden lassen.

Berliner Giebel als monumentale Bildskulptur

18. February 2019 – 15:35

K.S., 2015, Monument auf Blau, Öl auf Leinwand, 90×90 cm

Für diese Komposition wird das gewählte  Format als Quadrat zum wesentlichen Mitspieler bei der optischen Wirkung der in die Fläche gezogenen Häuser und deren Giebel-Ansichten.

Ein wenig mutet das entstandene Bild wie eine abgestellte Kulissen-Wand aus Castorfs Zeiten in der Volksbühne an… so in etwa ausschnitthaft, als Anregung oder gar als Aufforderung;

-die Formen der alten und vertrauten Berliner Innen-Stadt Häuser und deren Verwachsen-Sein in Zeit und Raum, sich selbst als Erinnerungs-Monument gedanklich zueigen zu machen, bevor die Zeiten im  alles umhüllenden Blau versunken sind…

Ein Entwurf aus den Wilden 8oer Jahren…

11. February 2019 – 15:58

K.S., 80er Jahre, -Holzschnitt-Entwurf-, Gouache auf Zeichenkarton, 24x31cm unregelmäßig geschnitten

… nun ist er wieder aufgetaucht;- der Entwurf, immer noch frisch und anregend!

Stark genug um sich vielleicht zu einer neue Druck-Version entwickeln zu lassen. So kommt man auch mal geradezu oder aber auf Umwegen, zu besonderen Anregungen im Eigenen.

Wenn man eine glückliche Hand hat, dann meistens, hoffentlich auch zu neuen Erfahrungen.

Hier ins Besondere, um zu den Empfindungen der damaligen Zeit -der 80er Jahre- ein weiteres Mal zurück zu schauen, ob das “Wilde” der Körpersprache die Zeiten noch spiegelt oder aber besser gesehen die bildliche Kraft sich erhalten hat… wie es aussieht: ist da wohl noch einiges dazu zu schaffen.

-Form und Farbe in Ebene und Raum-

4. February 2019 – 17:53

Ausblick mit Skulptur, K.S.,1984, Öl auf Leinwand, 120×90 cm

Das Bild ..-Ausblick mit Skulptur-… ist von 1984, als Berlin sich hier im eigenen Dasein  noch etwas “enger” an gefühlt hatte. Zusammen mit der Skulptur ist es in meinem damaligen Atelier-Heegermühler-Weg entstanden.

Noch heute zeigt sich im Bild die Stimmung der 80er Jahre vom eingeschlossen sein und dem “Grübeln” darüber. In mehrfacher Sicht gab es die Kraft und die Art und Weise meiner Gegenstimme wieder; -mit dem Stand der eigenen Selbstbehauptung in meiner Form der ur-eigensten Mittel: einer Verbindung von Malerei und Skulptur.

1989 war es einer mutigen Intention eines damals jungen Kunsthistorikers, Dr. Jens Semrau zu verdanken, dass in einer besonderen Ausstellungs-Herangehensweise eine vielseitige Schau von Malerei, Grafik und Plastik, Keramik von Malern und Bildhauern  im gemeinsamen Gegenüber in der Galerie am Fischmarkt, Erfurt und dann in Berlin, im Ephraim-Palais, gezeigt wurde.

-Form und Farbe in Ebene und Raum- dieser Titel als tragende Idee, neue Ausdrucksweisen in vielfältigster Art um damit auf jüngste Entwicklungen einzugehen und in den Beiträgen Reflexionen zur Zeit aufzeigen zu können.

Ein Fund-Stück mit Assoziationen

28. January 2019 – 17:00

Komposition, K.S., 2019, Digitale Photographie,

“Ich suche nicht ich finde!” ein überlieferter Ausspruch von Picasso… sehr einprägsam; jedenfalls forderte mich seine Behauptung immer heraus, um für mich selbst, aber vor allem dann auch aus der mich umgebenden Wirklichkeit, etwas herauszufinden.

Gedanklich erscheint es mir vom jetzigen Stand der wiederkehrenden Ereignisse meiner Ansammlungen von Fundstücken am gelungensten, diesen Picasso-Satz auf meine Intension umzukehren: -Ich finde, ohne eine bestimmte Suche.-

Das Leben: mit all den Formen, Strukturen, Fragen, Antworten in Bild und Erzählung aus vielen Jahren, erinnert mit Freude oder Zweifel;

-es hatte vor allem, mit den geheimnisvollen Form-Findungen zu überraschenden Entscheidungen angeregt und  damit wohl sehr, zu Veränderungen von vertrautem Sehen geführt und sich in etwas sehr Eigenes verwandelt.

Bild-Figur-Skulptur-Helfer

21. January 2019 – 19:56

Karin Sakrowski,
Waechter-Kopf, 1993, Detail-Aufnahme, 2010, Ahornholz, 1993, etwas farbig gefasst

 

Meine Skulpturen sind für mich im Entstehen und in ihrer räumlichen Anwesenheit zu sinnenden Helfern geworden. Die Bilder und Zeichnungen dagegen, beanspruchen nicht alle einen sichtbaren Platz.

Jedoch zeigt sich über die Jahre eine produktive gegenseitige Befruchtung im Wechselspiel, zwischen all meinen bildnerischen Ausdrucksmitteln und dem Kunst-Wollen.

Besonders meine Holzfiguren (hauptsächlich aus Fundstücken geformt), sind mir immer noch eine Bestätigung meiner erahnten Veranlagung, Bilder aus einem Inneren herauszulösen; hier im Sinne eines Wesens, dass schon zumeist in dem gefundenen Stück wohnt.

Eigenartigerweise kann auch wie so oft bei guten Fotos, die Absicht der räumlichen Wirkung von Plastiken erhöht werden, um letztendlich die Bildhaftigkeit der Skulptur oder Figur sichtbarer werden zu lassen.

Ein Netz-Fund erinnert in mehrfacher Weise an vergangene Zeiten…

14. January 2019 – 20:00

K.S., Foto-Collage, als Netz_Fund, Vignette: Horst Hussel, Illustration: Karin Sakrowski, für Jessenin, 1982

Nichts geht sozusagen hier im Netz ganz verloren, nur die Zeiten ändern sich… und damit die Sehweisen, wie schon oft festgestellt und besprochen.

Trotz allem erinnert  in besonderer Weise gerade das bildhafte Tun in schönster Art auch an die Sicht der Anderen aus vergangenen Zeiten…

so brauchte ich diesmal nicht selbst in Fächern zu kramen, um eine Illustration von 1982, wiederzufinden. Es war ein schöner Zufall, jetzt noch ein Beispiel dafür mit Namensnennung zu sehen.

In der Zeit als der -Verlag-Volk und Welt- noch die “Bücher der Weißen Reihe” heraus gegeben hatte, war es für mich eine Freude die Illustration als Verneigung an die Worte Jessenins zu empfinden und dabei gewesen zu sein. Zusammen mit Anderen in die Lyrik einzutauchen, um mit einem bildnerischen Beitrag, den Nach-Dichtungen der vielen Gleichgesinnten und dem schönen Büchlein als Prolog zu dienen.