Sommer-Zeichnung aus einem Naturerleben

19. September 2016 – 13:08
-Überfliegen das Grasland- K.S., 2016, Farbzeichnung auf Bütten, 24x31 cm

-Überfliegen das Grasland- K.S., 2016, Farbzeichnung auf Bütten, 24×31 cm

In diesem Jahr ist die Zeichnung zurück zu einem eigenen Wirklichkeits-Bezug: – aber indirekter als je… es erscheint eine “Selbst-Figur” im spontanen Ausdruck und scheinbar schon vertraut im Fremden!

Das innere Seherlebnis beginnt nicht “vor der Natur”, sondern durch ein körperliches Erleben “in der Natur”… so dass die spontane Aufzeichnung dann, bei späterer Betrachtung, zu einer Nach-Empfindung  eines unwiederholbaren Augenblicks anregen könnte.

So nenne Ich das Glück der Findung eines einmaligen abstrakten Zeichens für dieses Erleben, dann auch gerne dankbar: – “Die Gunst des Augenblicks”.

“Wer hätte das gedacht”

12. September 2016 – 16:24
K.S.,1985, -Pferdeplatz mit Mauerblick- Öl auf Hartfasertafel, 44x64,5 mit Atelierleiste

K.S.,1985, -Pferdeplatz mit Mauerblick- Öl auf Hartfasertafel, mit Atelierleiste, 44×65,5 cm

Ein kleines Landschaftsbild bei Rosenthal , ein Ortsteil von Berlin Pankow, erzählt heute von meiner “erlebten Geschichte”.

Wie hatten sich die Bewohner in der Grenznähe der zweigeteilten Stadt Berlin, mit Varianten ihrer selbst gestalteten Idylle, in den angefangenen Achtziger Jahren es versucht sich damit abzufinden…

…auch die Bilderzählung sollte auf die Enge einer “Verkehrten Welt” hinweisen. Nur die surreale Stimmigkeit des malerischen Vortrags war wohl als eine Gegenstimme etwas zu leise , um wirklich Widerständliches hervorzurufen. Zum anderen fehlten den Pferden auch die Flügel um über die Grenze hinwegzuheben. Was jedoch die Lebensstimmung betraf, gab es dafür den geflügelten Spruch:

“Das Denken musst Du den Pferden überlassen; die haben einen größeren Kopf als Du!”

Ein Blick auf die Ostsee wieder und immer wieder,neu

5. September 2016 – 19:24

 

K.S., -Seeblick-,1971 Mischtechnik auf Karton, 42x59,4cm

K.S.,-Seeblick-,1971, Mischtechnik auf Karton, 42×59,4cm

Vielmals und immer wieder neu berührt, kehrt man mit einer Fahrt ans Meer auch zurück in das freie Erleben der Kindheit. So wie das Sammeln der Muscheln am Strand, so wird jeder erneute Blick wie zu einer einmaligen Sensation!

Genau vor 45 Jahren hatte ich auf einem Zeichenblock aus meinem Lebens-Gefühl zwischen Archaik und Andacht vertieft mit meiner Wasserfarben-Malerei, dem Wind und Wetter stand gehalten.

Nun wirkt das wieder gefundene Blatt wie eine Erinnerung aber ebenso noch stärker als ein Dejavu. Die absolute Erkenntnis, dass die Seins-Erfahrung beim Zeichnen vor der Natur die Form erfindet und damit das damals Erlebte im Gegenwärtigen aus zu drücken vermag.

Eine Bild-Findung als Wetterprognose

29. August 2016 – 12:29
K.S., - Herbstzeitlose-, 1998, Mischtechnik, auf Japanpapier, 31,5x47

K.S., – Herbstzeitlose-, 1998, Mischtechnik, auf Japanpapier, 31,5×47 cm

Mir selbst sind sie immer wieder ein indirektes Rätsel: – meine spontanen Bilderzählungen als Wasserfarbenmalerei !

Aber, es hat sich schon gezeigt: als wirklich Unerwartetes und schon Vorhergewusstes, denn kürzlich zur Mappenschau im Atelier, erinnerte dieses Blatt an das Ereignis vom Blühen der – Herbstzeitlosen – und tatsächlich hat die kurze Blüte des individuellen Zwiebelgewächses der  Sogenannten, schon längst begonnen.

So werden wir jedes mal im Herbst, von den Rätseln der Natur erfreut, denn die Form erinnert ja an eine Wiederkehr… an den  Krokus als Frühjahrs-Blüher.

Vor Jahren in der Galerie am Prater schon zu sehen…

22. August 2016 – 17:05
K.S.,1986,K.S., 1987, Der Rufer, Mischtechnik auf Karton, (Galerie am Prater), Berlin Prenzlauerberg 86/87, 71,5x51

K.S.,1986, – Der Rufer-, Mischtechnik auf Karton, (Galerie am Prater, 87), Berlin, 71,5×51

etwa ab 1985 hatte ich mit einer Selbstbezeichnung als “Berliner Malerin” meine künstlerische Entfaltung programmatisch auf die Malerei bezogen, um somit auch ohne eine Gruppenzugehörigkeit meinen Ausdrucksweg anzuzeigen.

1987 wurden in der zweigeteiltem Stadt 750 Jahre Berlin gefeiert. Es gab für mich die schon lange erhoffte Personal-Ausstellung in der Galerie am Prater, sogar mit einem Faltblatt und Plakat, zusehen auf der Schönhauser Allee und an mehreren Orten im Prenzlauer Berg; – aber so richtig als Protest-Kunst wurden meine Ausstellung wohl nicht gesehen…

Trotzdem hatte ich mich in den Achtziger Jahren  auch schon beim Malen in meinem Wilhelmsruher Atelier, als eine Gegenstimme empfunden. Es war sowohl  eine Zeit der “abgeschlossenen Enge”, aber es gab auch Möglichkeiten mit der Wirkung einer Ausstellung, Zeitzeichen und eigenes Denken zu zeigen.

Neben der eigenen künstlerischen Herausforderung, gab es das Wollen einen vorgetragenen Protest, gegen vorherrschende Heucheleien im eigenen Umfeld zum Ausdruck zu bringen. (Hautnah zu erleben im damaligen, täglichen Ost-und Westdeutschen-Kulturaustausch-Prinzip)

 

Vom Selbstbild zum Kopf-Thema

15. August 2016 – 15:51
K.S.,-Das Kopfthema+Einheimischer Strandläufer- 2000, Mischtechnik auf Büttenpapier, 55x75

K.S., -Das Kopfthema+Einheimischer Strandläufer- 2000, Mischtechnik auf Büttenpapier, 55×75

Hier im Blog gibt es eine erstaunliche Möglichkeit einen besonderen, will sagen einen ‘anderen’  Blick auf die über viele Jahre entstandene eigene Bildwelt herzustellen.

So wird das Atelier und das ganze Wohngehäuse mit den Mappen und Fächern  zu einem lebendigen Bild-Archiv im sich ständig veränderndem eigenen ‘Kopfgehäuse’.

Zusammen mit den alten und neuen Welterfahrungen, erlebt man sich in jeder neu entstehenden Arbeit…

– aber auch die jeweils erweckten Erinnerungen, an den im vergangenen Prozess der Bildfindungen erlebten Diskurs, werden zum erneuernden Bestandteil der sich fortsetzenden eigenen Selbstfindung.

Ein Dialog mit Andy Warhol

8. August 2016 – 15:42
K.S., 1976, Unikat Holzschnitt, 2 Plattendruck, auf Industriepapier, 48x31, (64,5x50)

K.S., 1976,  Farbholzschnitt, Unikat,  2Plattendruck, auf Industriepapier, 48×31, (64,5×50)

 

Vor kurzem gab es hier im Werkraum einen ausgiebigen Atelierbesuch mit  intensiver Mappenschau… es ging dieses mal um Holzschnitte seit den Achtziger Jahren bis heute…

Schaut man auf die unterschiedlichsten Blätter aus mehreren Jahren, so ist es doch  auch gleich ein eigener Blick auf Veränderungen und  Entwicklungen einer sich verändernden Zeitsicht:- wobei der Ausdruck des einzelnen Blattes mit seiner Mehrschichtigkeit von erlebter Wirklichkeit, diese als ein lebendiges Spiegelbild ins Gegenwärtige übertragen kann.

Die Wahl der Farbe hat es bewirkt, dass hier z.B. das frühe Selbstbild (von 1976), an einen Dialog mit Andy Warhol und seine Drucke denken lässt!

“Mehr Spielraum für die Kunst”…?

1. August 2016 – 15:00
-Spielraum-, K.S., 1977-78, Öl auf Leinwand, 12ox90

-Spielraum-, K.S., 1977-78, Öl auf Leinwand, 12ox90 cm

K.S., Galerie Mitte1979, Gegemstimme-Spielraum-

Plakat: K.S., Galerie Mitte 1979, Gegemstimme: -Spielraum-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

-Spielraum- ein Bild von 1977/78 verweist in seiner Form und dem Titel als Bilderzählung, auf die damalig herrschende Enge im Kulturbetrieb der DDR.

Doch zu der Zeit hatten viele Künstler noch die Hoffnung mit ihrer Kunst verändernd an einer sich entwickelnden Gesellschaft mitwirken zu können.

“Du musst einfach durch die Lücke springen”, das war noch ein Ratschlag eines erfahreneren Maler-Kollegen zu der Zeit:- somit erreichte man jedoch nur eventuell die Zwischen-Räume und diese waren immer noch eng.

Eine wahrhaftige Teilnahme scheiterte im Ungewissen: – bis auf einige wenige Orte.

Bilder als Erzählung von erlebter Geschichte

25. July 2016 – 15:20
K.S., 1987-90,Öl auf Leinwand , 100x140

K.S., -Die Burg-, 1987-90, Öl auf Leinwand , 100×140 cm

Hier, von jetzt gesehen: – ein Zeitfenster zu den Jahren der Enge – kommt nun aus meinem Archiv, etwas wie ein Spuck daher… aber als Gegenstimme zum damalig erlebten Lebensgefühl eine Spiegelung der verbliebenen Möglichkeiten vom Bleiben oder Weggehen.

Immer wieder gab es in Berlin ab etwa 1976  auch scheinbar freie Ausstellungen, aber die Einengungen fanden hintergründig im Verbogenen statt, wenn man sich als Malerin am stärksten fühlte, so glaubte man jedoch an des Gesehen- und Verstanden-werden von künstlerischen Entwicklungen…

Noch bis in die 90ger Jahre waren die Argumente fortgesetzte Forderungen nach “Qualität”, von der niemand wusste was das überhaupt bedeuten sollte.

So war es kein Wunder, dass “das Eingemauert-sein in der DDR”  bis in das eigene Atelier als Metapher mutieren konnte: – und Niemanden hatte es genutzt.

Ausschreiten des Lebensraums – als Kunstfigur

18. July 2016 – 15:56
K.S.,1981, Ausstellungsplakat, Handdruck, Materialschnitt, 64x56cm

K.S.,1981, Ausstellungsplakat, Handdruck, Materialschnitt, 64x56cm

Wie zum Ausschreiten des eigenen Lebensraumes, hatte ich zu einer meiner ersten Grafik- Ausstellungen 1981, in der -Kleinen Humboldtgalerie- in Berlin-Mitte, das im Eigen-Druck entstandene Plakat mit der Kunst-Figur auch als Rufer gedacht.

Ähnliches geht wohl ebenso von den Bildern der neuen Ausstellung im Martin-Gropius-Bau aus: -zu den Berliner Festspielen  sind dort 160 Bilder von 80 Künstlern  aus der Zeit von 1976-1990 ausgewählt, um zu erneutem Nachdenken über die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse aus dem Blick der Kuratoren zu gelangen.

Lobenswert: ein Versuch diese Kunst aus der Vergessenheit ans Licht zu bringen… um nun als “GEGENSTIMMEN” (zu den damaligen Systemen im noch geteilten Deutschland) als eine Inszenierung von Zeitempfindungen im Gegensätzlichen zu fungieren.

Während mein Ausstellungs-Plakat 1981 noch 20 Jahre nach dem Mauerbau 1961, in dem Ausschreitenden ebenso einen Weglaufenden ohne Wiederkehr symbolisieren könnte, so bin ich heute hier im Jetzt die Malerin geblieben, die nach Antworten sucht in ihrer Gegenwart.

-So sind es die Formfindungen meiner Kunstfiguren, die in jedem Bild erneut zum Darsteller der Bild-Erzählungen von erlebter Geschichte werden.