Das Schweben zwischen Traum und Wirklichkeit

21. March 2017 – 13:21

K.S., 11.März, 2017, Kohle und Grafit auf Bütten, 48×62 cm

Wenn es nichts Wirkliches geben würde, dann hätte man wenig zu erzählen… zum Glück gibt es aber die Bilder, die ohne Worte ihre Geschichten in der sogenannten Mal-Haut erkennen lassen.

Kleines Gespräch der Fundstücke

6. March 2017 – 17:39

K.S., 2017, Fundstück-Collage, 28,5x 32,5 unregelmäßig

Bei meinem Papier-Theater sind “die Bretter die die Welt bedeuten” meine Zeichentischplatte und das drumherum des Ateliers. So einiges an kuriosen Formen bleibt immer in Reich und Sichtweite. Wer davon die Hauptrolle übernimmt ist oft ganz ungewiss; also, alles schon mal wie im richtigen Leben.

Schon in Dürers ‘Anleitungen für einen Malersknaben’ gibt es den Rat,  sich im Arbeitsraum eine kleine Kuriositätensammlung anzulegen.

…diese Mühe konnte ich mir schon sparen, denn den in vielen Jahren ergibt sich immer wieder die Anwesenheit von verschiedenen Materialien, deren Schnipsel und Reste, oder meine beliebten Fundstücke vom Wegesrand, die mit ihrer abgenutzten Vergänglichkeit mir die schönsten Farbklänge vorführen.

Im Spiel des Zufalls wählen sich dann die Darsteller ihren Platz in ihrer  Vorführung selbst.

Zur Fastnacht eine Südnacht aus Boshenzi

28. February 2017 – 19:53

K.S., 1987, -Südnacht in BOSHENZI-, Aquarell auf Karton, 51×42 cm

Beim Kramen in meinen Fächern tauchen zu bestimmten Anlässen auch mal dazu stimmige Erinnerungen auf:

So ist es heute ein kräftiges Aquarell, das im August 1987  in Bulgarien bei einem Studienaufenthalt entstanden ist. Noch immer und wiederum zeigt es meine Vorstellung und mein Erleben, von einer Nacht mit all ihrer Pracht und Sehnsucht nach etwas Unvergänglichem…

nun gibt es in der Karnevalszeit, diese “3  tollen Tage”: -aber, Pustekuchen mit dem Aschermittwoch ist dann alles vorbei.

Wohl dem der seine Bilder und die Erinnerungen hat!

Erinnerung an die Wilden 80er Jahre in Schwarz-Weiß

20. February 2017 – 18:36

-Frühlingshaftes-, Öl auf Leinwand, 100×130 cm (“ich hab den Farbfilm vergessen…”) Dokumentationsfoto K.S., 1986,

Wieder einmal eine virtuelle Begegnung mit dem sogenannten Weltgefühl der alten Zeit in den sogenannten Neuen Ländern in Deutschland…

In Bezug auf die Ausstellung “Die Wilden 80er Jahre” -in der Deutschen Malerei- im POTSDAM MUSEUM/Forum für Kunst und Geschichte/ lese ich heute einen Maler-Gruß, der mir eines meiner Bilder aus dieser Zeit in Erinnerung bringt…

Er wurde als Maler gefragt: “Welches Lebensgefühl verbinden Sie mit den 80er Jahren?”.  Mutig wie gleichermaßen genialisch, antwortet er mit einem DA DA-istischem Text in Rapper-Manier; der absolut als “Update” zur Gegenwart auftritt!

Nun gab und gibt es bis heute immer noch, wie er sie nennt und wie man es sieht: //Die ungehorsamen Maler//…Zum Glück!

Oder… ergibt sich heute eine neue “Vorsortierung” von widersprüchlichen Bildern, etwa eine andere mediale Form von Selektion?

Bilder und Worte: – ich brauche beides um weiter zu malen…

Der “Wille zum Bild” leicht und schwer zugleich…

13. February 2017 – 17:06

K.S., 2015, -Der Traum-, Öl auf Leinwand, 78x55cm

…aber vor allem gehört dieser Wille zu einem Weg, der einmal begonnen, sich weiter verzweigt und auch nicht mehr verlassen werden kann:  Die Malerei !

In erwachendem Bewusstsein fließender Gedanken, gibt es ein Werden und ein Verwandeln der erlebten oder auch der erfühlten Gestalt einer individuellen Wirklichkeit. Ohne Worte werden Flächen, Farben und Linien zu Chiffren und Strukturen; – zu lesbaren Formen um in aller Klarheit Erinnertes oder auch etwa Traumatisches, zu einem einmaligen Bildzeichen erscheinen zu lassen.

Wie anders, als in einem Traum , ermöglicht eine bemalte Leinwand die Deutung, durch längere oder sich wiederholende Betrachtungen.

Den Lauf der Zeit kann Niemand aufhalten…

6. February 2017 – 17:18

K.S., 2015, Fliehende Zeit, Öl auf Sackleinen, 60×80

… so ist es wohl mit den Unmöglichkeiten; -wir Menschen versuchen es mit unserem Dasein trotz alledem immer wieder Zeit zu vermessen. Wenn auch auf die verschiedenste Weise, so etwa aufs Häufigste, in den Gedanken an Vergangenes oder in erwartende Vorstellungen auf die Zukunft.

Für mich als Malerin ist “das Anhalten von Zeit” die Art und Weise, wie meine Vorstellungen aus einem inneren Daseins-Gefühl sich auf einer Leinwand im Zustand der Zeitvergessenheit zu etwas Bildhaftem entwickeln. Es stellt sich dabei heraus, dass die benötigte Zeit nichts anders ist, als:  – X multipliziert mit der Lebenszeit- .

Die so entstehenden Bilder könnten im bestem Falle als eigener Blick auf die fließende Zeit erkannt werden… -Oder man betrachte jedes Bild als ein auf die jeweilige vergangene Zeit geöffnetes Fenster und entdeckt etwas so noch nicht Gesehenes  oder weniger Beachtetes.

Der Titel meiner nächsten Ausstellung ist -Z E I T F E N S T E R-

Die Ringbahn verkabelt mit Berliner Erinnerungen

30. January 2017 – 19:02

K.S. , An der Ringbahn, Berlin, Prenzlauer Berg, Farbzeichnung, 2011/12

Nirgendwo kann man besser aus einem S-Bahnfenster die Stimmung der Stadt Berlin als einen gegenwärtigen und historischem Architektur-Körper zusammen erleben; – wie in der seit 2001 wieder vollständig funktionierenden  Ring-Bahn. Am eindrucksvollstem ist mir  die Strecke von Südkreuz über Hermannstr., Ostkreuz nach Gesundbrunnen…

In dieser Richtung erlebt man eine Aufzählung und Aneinanderreihung der verschiedensten Wohnblöcke  mit den typischen freien Giebel-Formen als malerisches Stadtgewächs aus der aller aufregendsten Nähe…

 

Auf etwas gespannt sein

23. January 2017 – 15:04

K.S., 2017, Von Innen Gefasst, Holzschnitt 2 Plattendruck, 33,3×23,5 cm

“Man muss sich auf etwas gefasst Machen” oder ” Mach Dich auf was gefasst”… wiederholt tönen mir die Kindersprüche aus längst vergangenen Zeiten im Ohr. Als wäre da die Erklärung, für meine vorhandene oder angeborene Querdenkerei.

Zumindest gibt es hier bei den Titelfindungen zu meiner bildnerischen Gedankenwelt einige Wege um über ein “Weites Feld” zu gelangen. Spannend ist es auf jeden Fall, ob als Grafik, Bild oder Objekt, so die jeweilig entstehende Form, am Ende einen Gedanken über den gegangenen Weg entwickeln konnte.

Die Figuren-Landschaft als Bilder-Rätsel

16. January 2017 – 18:24

K.S.,1993/94, Figuren-Landschaft I, (Die Klippe), Öl/Leinwand, 55×70 cm

Oft hat sich die Wirkung meiner Bilder, auch für mich selbst, in rätselhafter Weise und im laufe der Jahre in verschiedenster Form verändert…

So stellt man immer wieder fest, dass die durch Malerei gefundenen Zeichen im nach hinein bei jeder neuen Betrachtung  ihre  ganz eigene Wirkung auch ohne eine Worterklärungen behalten haben.

Jedoch besitzt ein Bild wie hier, die spielerische Herausforderung und ein Angebot sich selbst in die angedeutete Situation hinein zu denken und vielleicht die Bilderzählung in die eigene Ergebniswelt einzubringen.

Alter Schnee und etwas Neuschnee in Berlin

9. January 2017 – 17:52
K.S., 1975, Schnee in Weißensee, Bühringstr., Öl auf Karton, 35,5x45

K.S., 1975, Schnee in Weißensee, Bühringstr., Öl auf Karton, 35,5×45

“… das ist ja alter Schnee von gestern!”,

aber auch: “Schnee ist für eine Naturstudie eine optische Sensation

Solcher Art Sprüche aus meiner Zeit an der Kunsthochschule in Berlin Weißensee in der Bühringstraße, gehörten zur damaligen Stimmung, die nicht ohne weiteres als Ratschlag  oder Anregungen von der Malklasse erkannt oder geschätzt wurden.

Aus heutiger Sicht, gab es wohl zumeist die vorherrschenden Vorgaben um uns Studenten zu einer abbildhaften Malerei zu bringen. Da aber das bildhafte Sehen  auch immer schon vom Gesehenen ausging, hatte sich der Begriff einer “Optischen Sensation” und diese kleine winterliche Studie von damals  tief in mein Gedächtnis als eine  Anregung eingeschrieben.

Obwohl sich meine späteren Bilder anders entwickelt haben, so ist es der Gedanke:-der als SENSATION empfundene AUGEN-BLICK-, der für mich in meinem Werk immer noch inhaltlich aktuell geblieben ist.